FAQ

Von der Risikoanalyse über Geschäftspartnerprüfungen, Schulungen bis zur Stellung der Geldwäschebeauftragten – wir helfen Ihrem Unternehmen den Geldwäscheverpflichtungen nachzukommen und bieten die für Sie passende Lösung.

Finden Sie hier Antworten auf Ihre Fragen

Geldwäsche

Das BMI definiert Geldwäsche als „die Einschleusung von illegal erwirtschafteten Geldern in den legalen Finanz- und Wirtschaftskreislauf. Geldwäsche ist strafbar. Das Strafgesetzbuch stellt Geldwäsche in § 261 Abs. 1 mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren unter Strafe“

  1. Placement: Einschleusung illegal erwirtschafteten Geldes in den legalen Wirtschaftskreislauf
  2. Layering: Verschleierung der Herkunft des inkriminierten Geldes
  3. Integration: Integration des gewaschenen Geldes in legale Geschäfte

Bei Bargeld ist es häufig besonders schwierig, den Ursprung großer Summen nachzuvollziehen. Der Gesetzgeber hat deswegen eine Grenze von 2.000 Euro eingeführt. Ab einer Bargeldeinzahlung von 2.000 Euro muss eine Prüfung des Ursprungs des Geldes durchgeführt werden. Natürlich ist es möglich Geldwäsche auch durch kleinere Chargen von Bargeldeinzahlungen durchzuführen. Auch hier greift der Gesetzgeber ein und verpflichtetet diejenigen, die die Gelder annehmen, zu besonderer Sorgfalt. Welche besonderen Maßnahmen ergriffen werden müssen. Kerberos unterstützt hier durch IT-basierte Prozesse und professionell geschulte Mitarbeiter. Da auch die Mitarbeiter in den jeweiligen Annahmestellen selbst bestimmte Verpflichtungen erfüllen müssen, übernimmt Kerberos hier auch die Schulungen der besonders von den Verpflichtungen betroffenen Personenkreise.

 Geldwäschebeauftragte

Eine erste Definition findet sich in § 7 Absatz 1 Geldwäschegesetz: „Der Geldwäschebeauftragte ist für die Einhaltung der geldwäscherechtlichen Vorschriften zuständig; die Verantwortung der Leitungsebene bleibt hiervon unberührt. Der Geldwäschebeauftragte ist der Geschäftsleitung unmittelbar nachgeordnet.“ Der Geldwäschebeauftragte ist damit die zentrale Stelle zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in einem Unternehmen. 

Die Anforderungen an die Unternehmen werden immer größer, außerdem wurde der Kreis derjenigen, die verpflichtet sind, einen Geldwäschebeauftragten zu bestellen größer (siehe auch Frage 4). Außerdem kam es in 52 Prozent der Vor-Ort-Prüfungen durch die Behörden zur Feststellung von Pflichtverletzungen. Dabei wurden Bußgelder in einer Höhe von bis zu 1.456 000 Euro verhängt. Das Thema geht also mittlerweile fast jeden Unternehmer etwas an. Aufgrund der aktuellen politischen Lage könnte es außerdem jederzeit zu einer erneuten Erweiterung des Kreises der verpflichteten kommen.  

Der Bundesverband der Geldwäschebeauftragten e.V. vertritt und fördert auf allen Ebenen die Interessen der Geldwäschebeauftragten in Unternehmen oder als Einzelmitglieder.  

Ziel ist es, die Entwicklung der Branche bzw. des Berufsfeldes zu stärken und dabei die spezifischen Anforderungen der Unternehmen und Kunden im Hinblick auf gesetzliche Grundlagen und Entwicklungen sowie die besondere Sensibilität und Bedeutung des Themas insgesamt zu berücksichtigen. 

Auch hier lohnt sich ein Blick in § 7 Geldwäschegesetz. Hier finden sich erste Hinweise „Er muss Ansprechpartner sein für die Strafverfolgungsbehörden, für die für Aufklärung, Verhütung und Beseitigung von Gefahren zuständigen Behörden, für die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen und für die Aufsichtsbehörde in Bezug auf die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften. Ihm sind ausreichende Befugnisse und die für eine ordnungsgemäße Durchführung seiner Funktion notwendigen Mittel einzuräumen. Insbesondere ist ihm ungehinderter Zugang zu sämtlichen Informationen, Daten, Aufzeichnungen und Systemen zu gewähren oder zu verschaffen, die im Rahmen der Erfüllung seiner Aufgaben von Bedeutung sein können.“  

Konkret bedeutet das unter anderem das erstellen einer Risikoanalyse, das Schaffen einheitlicher Berichtswege, die Bearbeitung von Verdachtsfällen, Verdachtsmeldungen und Strafanzeigen. Weiterhin muss der Geldwäschebeauftragte auch tatsächliche Überwachungshandlungen vornehmen, um sicherzustellen, dass die Vorschriften eingehalten werden. Diese Maßnahmen müssen zusätzlich zu den Prüfungen der internen Revision erfolgen. Dabei steht dem Geldwäschebeauftragten ein großer Spielraum zur Verfügung. Daneben gibt das Geldwäschegesetz aber auch noch weitere Aufgaben vor, wie zum Beispiel die Mitarbeiter im Bereich Geldwäsche auf dem Laufenden zu halten.  

Auch dies richtet sich nach dem Geldwäschegesetz. In § 2 ist hier ein ausführlicher Katalog von sogenannten Verpflichteten aufgeführt, bei denen für eine Verpflichtung jeweils bestimmte Voraussetzungen gelten müssen:  

  • Kreditinstitute 
  • Finanzdienstleistungsinstitute 
  • Zahlungsdienstleistungsinstitute 
  • E-Geld-Agenten 
  • Finanzunternehmen 
  • Versicherungsunternehmen 
  • Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH 
  • Versicherungsvermittler 
  • Kapitalverwaltungsgesellschaften (KVGs) 
  • Rechtsanwälte, Kammerrechtsbeistände und Patentanwälte sowie Notare 
  • Treuhandgesellschaften 
  • Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Steuerberater und Steuerbevollmächtigte 
  • Treuhandgesellschaften 
  • Immobilienmakler 
  • Spielbanken 
  • Online-Glückspielanbieter 
  • Güterhändler 

Zwar macht das Gesetz keine expliziten Vorgaben dazu, welche Voraussetzungen ein Geldwäschebeauftragter erfüllen muss, allerdings ist es in Anbetracht der immer komplexer werdenden Anforderungen mehr als ratsam, sich vor der Übernahme der Aufgabe zertifizieren zu lassen. Eine sachgerechte Erfüllung der Sorgfaltspflichten ist ansonsten sehr unwahrscheinlich. § 7 Abs. 4 GwG erwähnt überdies, dass „die Bestellung (…) auf Verlangen der Aufsichtsbehörde widerrufen werden (muss), wenn die Person nicht die erforderliche Qualifikation und Zuverlässigkeit besitzt.  

Der externe Geldwäschebeauftragte bringt die fachliche Expertise mit sich und sorgt dadurch für Rechtssicherheit im gesamten Unternehmen. Dafür müssen keine eigenen Ressourcen gebunden werden und es fallen keine zusätzlichen Ausbildungs- und Fortbildungskosten an. Von Vorteil ist zudem, dass der externe Geldwäschebeauftragte unabhängig von der Geschäftsleitung ist und potenzielle Interessenkonflikte dadurch vermieden werden können. Ein intern bestellter Geldwäschebeauftragter genießt gem. § 7 Abs. 7 GwG Kündigungsschutz. Dieser Kündigungsschutz besteht auch weitere 12 Monate nach Beendigung der Bestellung fort. 

Der externe Geldwäschebeauftragte übernimmt die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen und haftet grundsätzlich bei einer Verletzung von vertraglichen und außervertraglichen Pflichten nach den gesetzlichen Vorschriften vorbehaltlich vereinbarter Haftungsbeschränkungen. Wichtig ist, dass trotz Übernahme der Umsetzung der gesetzlichen Regelung und zuvor erwähnter möglicher Haftung des Geldwäschebeauftragten, die endgültige Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften auch bei einer Auslagerung auf externe Dritte bei dem verpflichteten Unternehmen verbleibt. 

Aus § 7 Absatz 7 des Geldwäschegesetzes ergibt sich, dass der Geldwäschebeauftragte und sein Stellvertreter während seiner Tätigkeit und ein Jahr nach seiner Abberufung Kündigungsschutz genießen. Dies gilt aber nicht für Fälle, in denen eine fristlose Kündigung erlaubt wäre. Beiden darf laut dem Gesetz aber auch ansonsten kein Nachteil aus der Erfüllung ihrer Aufgaben entstehen.  

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